Ein Interview mit der Spargelkönigin Daniela Kastner vom Biohof Bursch

Der Bornheimer Spargel ist ein geschützter Begriff. Wir Spargelbauern aus Bornheim haben uns zusammengetan und den Spargel aus unserer Region als eine eigene Sorte eintragen lassen. Um auf den Bornheimer Spargel aufmerksam zu machen, werden seit 2011 Spargelköniginnen gekürt.

Für 2019 und 2020 ist eine Mitarbeiterin von unserem Hof als Spargelkönigin gekrönt worden. Es ist Daniela Kastner. Mit ihr haben wir über ihre Rolle als Königin gesprochen und über ihre Arbeit auf unserem Hof.

 

Biohof Bursch: Liebe Daniela, du arbeitest schon lange auf unserem Hof, seit wann genau?

Daniela Kastner: Seit 3 Jahren. Im März 2017 habe ich auf dem Markt angefangen und zwei Monate später auch im Hofladen.

BB: Du studierst noch; was eigentlich?

Dani: Ich studiere im Master „Humanernährung“. Der Master ist unglaublich spannend und vielseitig. Natürlich geht es hauptsächlich um die Ernährung des Menschen, aber auch z.B. um die Darmbakterien und ihren Einfluss auf den Menschen, um verschiedene Krankheitsbilder und den Einfluss, den die Ernährung darauf nehmen kann.  Und dann gibt es noch fachfremde Module. Z.B.  belege ich derzeit ein Modul über die Honigbiene.

BB: Wann bist du wahrscheinlich fertig mit welchem Abschluss und was hast Du danach vor?

Dani: Wenn alles klappt, bin ich im Herbst dieses Jahres fertig und habe dann den Master of Science in der Tasche. Was ich danach machen werde, kann ich noch nicht sagen.

BB:  Gibt es in Deinem Studium ein Thema, das Dich ganz besonders interessiert?

Dani: Ganz besonders interessiert mich das Thema „Mikrobiota“ – also die Welt der Darmbakterien. Das ist ein irrsinnig interessanter Bereich, in dem sich der Stand der Forschung sehr schnell entwickelt. In diesem Bereich schreibe ich deshalb meine Masterarbeit und werde zum 01. Juni eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft in der Arbeitsgruppe „Ernährung und Mikrobiota“ antreten. Daher kann ich zukünftig nur noch samstags im Hofladen arbeiten.

BB: Wie bist du eigentlich überhaupt dazu gekommen, bei uns auf dem Hof mitzuarbeiten?

Dani: Ich war bereits Kundin bei Biohof Bursch noch bevor ich zum Hof gekommen bin. Dadurch habe ich erfahren, dass noch jemand für den Markt in Bonn gesucht wurde. Ich habe mich beworben und bin angenommen worden. Nach dem „Frühlingserwachen“ (einem gemeinsamen Tag der offenen Tür vieler bornheimer Höfe und Kulturstätten, Anm. Red.) wurde ich dann gefragt, ob ich auch im Hofladen arbeiten wolle.

BB: Auch wenn du bald nur noch im Hofladen arbeiten wirst, kannst du doch sicherlich sagen, wo es Dir mehr Spaß macht zu arbeiten. Auf dem Hof oder auf dem Markt?

Dani: Das ist schwierig zu beantworten. Beides hat Vorteile. Auf dem Markt hat man einen sehr persönlicheren Umgang mit den Kunden. Man lernt sie durch die Verkaufsgespräche über die Jahre sehr gut kennen. Das ist ein schöner Aspekt. Ein anderer Vorteil ist, dass man in den Sommermonaten bei herrlichem Wetter an der frischen Luft ist und draußen arbeiten kann; das fühlt sich einfach klasse an. Und wenn mal mieses Wetter ist, steht man das im Team zusammen durch und wächst zusammen. Mein Team vom Markt wird mir echt fehlen.

Andererseits ist man im Hofladen dem Wetter nicht so ausgesetzt wie auf dem Markt – keine Winterkälte, kein Regen, keine nassen Schuhe. Im Hofladen habe ich mehr Abwechslung, da ich immer wieder woanders eingeteilt werde. Außerdem ist man dem Leben auf dem Hof so nah wie nirgendwo sonst. Ich weiß, wie sorgfältig mit Obst und Gemüse umgegangen wird, und ich weiß, wie glücklich unsere Hühner sind; das ist viel wert. Und das Team im Hofladen ist auch wunderbar, sodass ich mich jedes Mal auf meine Kollegen freue, wenn ich zur Arbeit fahre.

BB: Was würdest Du gerne mal beim Biohof Bursch machen? Hast du Träume, die du hier verwirklichen könntest?

Dani: Zum einen würde ich gerne an Projekten im Hintergrund arbeiten. Zum anderen würde ich gerne zu bestimmten Themen Vorträge halten und mein Wissen aus dem Studium einbringen. Ich kann mir vorstellen, zum Zusammenhang von Darmbakterien und Darmgesundheit zu referieren, und was das mit Ernährung zu tun hat. Oder welche Rolle Ernährung als Prävention chronischer Krankheiten spielt. Ganz aktuell wäre auch zum Thema Covid 19 für die Kunden interessant, wie Ernährung Einfluss auf unser Immunsystem ausübt. Ach, da gäbe es noch viele Themen.

BB: Du bist seit letztem Jahr Spargelkönigin für den Bornheimer Spargel. Wie kam es dazu?

Dani: Bei den Höfen geht es reih um, wer die Spargelkönigin stellt. Letztes Jahr war es der Biohof Bursch und ich wurde gefragt.

BB: Was sind Deine Aufgaben als Spargelkönigin?

Dani: Viele repräsentative Aufgaben für den Spargelanbau und die Region des Bornheimer Spargels. Für die Vermarktung des Spargels ist es sicherlich förderlich, dem ein Gesicht zu verleihen.

BB: Was macht Dir in dieser Funktion besonders Freude?

Dani: Ich habe dadurch das Privileg, besondere Dinge zu erleben. So z.B. Auftritte Radio und Fernsehen, im Landtag, aber auch auf Hoffesten oder beim Frühlingserwachen. Das sind alles schöne Erinnerungen.

BB: In Zeiten von Corona kannst Du Dein „Amt“ nicht öffentlich ausführen. Trägst Du Dein Kleid dann abends in Deiner Wohnung für Dich allein? Im Ernst: Bist du schon gefragt worden, ob du Dich ein weiteres, zweites Jahr in den Dienst des Spargels stellen würdest?

Dani: Ich bin schon dabei, allerdings wegen Covid 19 ohne nochmalige Inthronisation.  Deshalb war ich bereits bei einem Dreh vom WDR zum Thema Spargel. Da wurde der Abstand eingehalten und sehr auf die Hygiene geachtet, und es waren nicht viele Personen vor Ort. Es war sehr aufregend, einmal Teil des Fernsehens zu sein. Eine andere Veranstaltung ist auf August verschoben worden. Vielleicht kann diese sogar noch stattfinden, wer weiß.

BB: Was ist an dem Bornheimer Spargel eigentlich anders, als an anderem Spargel von woanders?

Dani: Der Bornheimer Spargel ist ein geschützter Begriff. Der Spargel darf nur so genannt werden, wenn er tatsächlich in diesem Gebiet angebaut wird. Es ist ein Qualitätssiegel, denn der Boden hier ist sehr nährstoffreich, sodass der Bornheimer Spargel besonders lecker und gehaltvoll ist.

BB: Dani, Du kannst bestimmt Vorträge über den Gesundheitswert von Spargel halten. Wenn du Dein Wissen über Spargel zusammenfassen müsstest, was wäre dann die Essenz aus allem?

Dani: Spargel enthält viele Vitamine und Nährstoffe, aber auch Präbiotika – also Futter für unsere „guten“ Darmbakterien. Das macht ihn besonders wertvoll. Ich habe als Spargelkönigin viel Spargel probiert. Ohne Werbung machen zu wollen: Unser Bio-Spargel ist einfach am komplexesten im Geschmack und dadurch für mich am leckersten. Außerdem ist Spargel ein saisonales und – wie im Fall des Bornheimer Spargels – ein streng regionales Gemüse. Das wertet ihn für mich zusätzlich auf. Für Umwelt und Nachhaltigkeit gibt es nichts Besseres.

BB: Wie magst Du Spargel am liebsten?

Dani: Immer wieder anders, ehrlich gesagt. Am Anfang der Saison greife ich auf die klassischen Rezepte zurück und zum Ende der Spargelsaison probiere ich alle möglichen neuen Rezepte aus.

BB: Du weißt ganz genau, wie man sich gesund ernährt. Ich bin sicher, du tust es auch. Wenn du eine Ausnahme machst, wie heißt sie dann?

Dani: Schokolierter Spargel! Scherz! Da gibt es ganz vieles, tatsächlich. Wer mich kennt oder mich im Hofladen erlebt hat, weiß, dass ich schwer Nein sagen kann, wenn es zum Beispiel um Käsekuchen oder Apfel-Marzipan-Kuchen oder Rhabarber-Tarte oder Rhabarber-Schmand oder Apfel-Streusel geht … ach, ich könnte ewig weitermachen.

BB: Dani, vielen Dank für dieses Interview!

 

Schon mal in unserem Hofladen eingekauft?

Dort haben wir neben unserem selbst angebauten Gemüse und Obst nämlich ein ganzes Sortiment an Naturkostwaren. Also alles, was das Herz an biologisch erzeugten Lebensmittel begehrt! Schau’n Sie doch mal rein!

nach oben