In ganz Deutschland werden Gemüsegärten in Schulen eingerichtet. Die GemüseAckerdemie hilft bei der Umsetzung

GemüseAckerdemie – Hallo Schule! Hallo Landwirt!

Ein Erfahrungsbericht von Lothar Tolksdorf

 

Ich bin Lothar Tolksdorf und arbeite seit vielen Jahren auf dem Biohof Bursch. Im Sommer 2020 wurde ich von der GemüseAckerdemie eingeladen, mich als „Experte“ mit einer Schulklasse auf deren Schulacker zu treffen und im Gegenzug auf unserem Hof.

Was es mit dieser Einladung auf sich hat und was daraus wurde, lesen Sie in diesem Bericht.

 

Einladung von der GemüseAckerdemie

Alles fing mit einem Telefonat an. Am anderen Ende meiner Telefonleitung war Frau Schmitz-Peiffer von der GemüseAckerdemie. Ob wir, der Biohof Bursch, Interesse daran hätten, bei dem Bauernhofmodul „Hallo Schule! Hallo Landwirt“ mitzumachen. Weil ich auf unserem Hof die Führungen für Schulen organisiere und durchführe, bin ich an dem Thema Schule auf dem Bauernhof grundsätzlich sehr interessiert. Also lies ich mich von Frau Schmitz-Peiffer ausgiebig über die Idee der GemüseAckerdemie informieren. Zum Schluss des Telefonats war klar: wir machen mit, denn, was mir die Ackerdemikerin erklärte, hörte sich einfach klasse an.

 

Hallo Schule!

Der Plan war, eine AckerKlasse zu treffen, also eine Schulklasse, die ein Jahr lang während der Schulzeit einen Acker bewirtschaftet. In meinem Fall sollte es die 6d des St-Ursula-Gymnasiums in Brühl sein. Zunächst ging es darum, sich kennenzulernen. Dafür erhielt ich von Frau Schmitz-Peiffer einen Steckbrief, den ich ausgefüllt an die Klasse schickte. Darin habe ich mich vorgestellt mit ein paar Informationen zu meiner Person und meiner Arbeit auf dem Hof. Die Kontaktaufnahme war getan. Was folgte, war eine Korrespondenz zwischen den Lehrerinnen der AckerKlasse und mir, bis wir schlussendlich einen Besuchstermin am SchulAcker vereinbaren konnten: 23. September 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr, Turnhalle St-Ursula-Gymnasium, Brühl.

 

Der Tag am SchulAcker

Der 23. September war ein Mittwoch. Das Wetter war bestens für einen Besuch auf dem SchulAcker geeignet; blauer Himmel und warme Temperaturen. Um 10 Uhr hatte ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und eine halbe Stunde später stand ich vor einer Turnhalle, ein paar hundert Meter entfernt von der Schule. Es dauerte nicht lange, und die Ackerklasse kam über den Bürgersteig in einer kreativ geordneten Schlange hoch zur Turnhalle gelaufen; lautstark, wie es sich für eine 6. Klasse gehört.

Dort angekommen beäugten die Schüler*innen mich etwas irritiert: Ein Biobauer, der mit einem Fahrrad unterwegs war? Zur Begrüßung stellten wir uns in einem Corona bedingt sehr großen Kreis auf. Eine Wiese vor der Turnhalle im Schatten großer Bäume bot uns genügend Platz. Frau Külpmann, die Klassenlehrerin, übernahm die Begrüßung und es folgte eine Fragerunde. Die AckerKlasse hatte viele Fragen an mich gesammelt, die ich eine nach der anderen beantwortete. Das waren Fragen zu meinem Beruf auf dem Biohof bis hin zu ganz persönlichen Fragen zu meiner Person; eine ideale Gelegenheit, sich kennenzulernen.

Nach der Kennenlernrunde ging es endlich zum SchulAcker. Vorbei an der Turnhalle über eine Wiese hinunter bis ans andere Ende des Gebäudes, dahinter rechts. Da war er endlich, der SchulAcker. Ein Stück der Wiese war von der Grasnarbe befreit. Im dunklen Boden wuchsen verschiedene Pflanzen sorgfältig in Reihen gesetzt.

Voller Stolz präsentierten mir die Schüler*innen mit ihren Lehrerinnen ihren Acker. Da wuchsen Porree neben Sonnenblumen, Palmkohl neben Mangold, Tomaten neben Salat und Zucchini neben Butternutkürbis, Bohnen und manchen anderen Gemüsepflanzen. Ich war erstaunt über die Vielfalt der Sorten und wie gut sie aussahen. Am meisten angetan aber war ich von der Ackerklasse selbst. Die Kinder waren allesamt firm und gut informiert über ihre Pflanzen und sie zeigten mir ihren Anbau mit großer Begeisterung. Wir fachsimpelten über den Zustand der Pflanzen und nahmen sie kreuz und quer in Augenschein. Ein kurzes Gespräch über die große Bedeutung von gutem Boden war mir besonders wichtig.

Währenddessen hatten die Kinder geerntet. Es war bewundernswert, mit welcher Selbstverständlichkeit sie ernteten und alles zusammentrugen. Das Gemüse wurde gesammelt und auf die Schüler*innen verteilt, damit sie ihre eigene Ernte mit nach Hause nehmen konnten. Zum Schluss kamen wir noch einmal alle zusammen. Die Kinder bedankten sich mit einem schokoladigen Geschenk, dass ich ihrer Einladung gefolgt war. Ich bedankte mich meinerseits und lud die Klasse postwendend ein, mich auf dem Biohof Bursch in Bälde zu besuchen. Punkt 12 Uhr machte ich mich wieder auf den Heimweg.

 

Fazit

Aus dem Treffen auf dem Hof ist leider noch nichts geworden. Die Pandemie hat „Hallo Landwirt“ vereitelt. Trotzdem ziehe ich ein ausgesprochen positives Fazit.

Die Kinder der AckerKlasse haben gemeinsam ein Projekt über ein ganzes Jahr durchgeführt. Sie wissen jetzt, wo und wie Gemüse angebaut wird. Sie haben Gemüsesorten kennengelernt, die sie nicht kannten. Mit Begeisterung konnten die Kinder erfahren, was ihr eigenes Handeln bewirkt. Mit Spaß haben sie neue Fertigkeiten erlernt. Mit Stolz konnten sie die Früchte ihrer Arbeit nach Hause tragen und in eigener Verantwortung zur Ernährung der Familie beitragen, und das alles in Bio-Qualität.

Den Lehrer*innen der AckerKlasse gratuliere ich zu dem SchulAcker. Sie waren diejenigen, die viel Arbeit in den Acker gesteckt haben, als die Schüler*innen wegen Corona nicht zugegen waren. Mit riesiger Motivation haben sie alles getan, um den Schulacker zum Erfolg zu führen. Man kann dieses Engagement nicht hoch genug schätzen. Eine tolle Lehrerschaft.

Ich würde mich sehr freuen, diesen oder einen anderen SchulAcker und seine Klasse wieder begleiten zu dürfen.

 

GemüseAckerdemie, eine schöne Idee für Ihre Kinder

Wenn ich mit diesem Bericht Ihr Interesse geweckt habe, haben Sie nun die Möglichkeit, sich für einen Acker in der Schule, Grundschule oder in der Kita Ihrer Kinder oder Enkel stark zu machen. Wenn Sie sich einfach nur an der Arbeit an einem Schulacker in Ihrer Nachbarschaft beteiligen wollen, geht auch dies. Die GemüseAckerdemie ist eine ausgesprochen kompetente Organisation, die inhaltlich und didaktisch-pädagogisch bestens aufgestellt ist und auf einen enormen Schatz an Erfahrung zurückgreifen kann. Wenden Sie sich einfach an die GemüseAckerdemie. Es lohnt sich.

Als Mitarbeiter eines Biohofs empfehle ich die Teilnahme an einem Projekt der GemüseAckerdemie von Herzen.

 

 

 

Schon mal in unserem Hofladen eingekauft?

Dort haben wir neben unserem selbst angebauten Gemüse und Obst nämlich ein ganzes Sortiment an Naturkostwaren. Also alles, was das Herz an biologisch erzeugten Lebensmittel begehrt! Schau’n Sie doch mal rein!

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