Historie des Biohof Bursch

„Bio“ seit über 50 Jahren

Die Geschichte unseres Hofes als Biobetrieb begann in den 60er Jahren mit Heinrich Bursch, dem Vater der heutigen Geschäftsführer Heinz und Renate.

Dünger und Pestizide halten nach dem Krieg Einzug in die Landwirtschaft

Zu Beginn der 60er Jahre hatte die moderne Landwirtschaft mit chemisch-synthetischen Unkrautvernichtungsmitteln und Düngern auch auf dem letzten Acker Einzug gehalten. Heinrich Bursch hatte gleich nach dem Krieg zu den Allerersten gehört, die mit den neuen Möglichkeiten dafür sorgen wollten, dass die Menschen endlich wieder satt wurden.

Doch sein Unbehagen wuchs mit der Zahl der Mittel, die zum Einsatz kamen: Insektizide, Herbizide, Fungizide und immer mehr Dünger. Schnell hatten die Böden die eigene Fruchtbarkeit verloren und hingen fortan am Tropf der Chemie-Industrie.
Viele Berufskollegen, die früher allenfalls unter der harten körperlichen Arbeit gelitten hatten, klagten über neue Beschwerden: Kopfschmerzen, brennende Augen und Atemprobleme. Nicht umsonst waren viele der neuen „Wundermittel“ mit einer Piratenflagge gekennzeichnet.
Und so richtig schmecken wollte das eigene Obst & Gemüse auch nicht mehr…

Mit Bio-Kartoffeln fing alles an

Als seine Frau schwanger wurde und rohen Kartoffelsaft gegen das damit einhergehende Sodbrennen trinken wollte, traf Heinrich Bursch eine nicht nur für unseren Hof weit reichende Entscheidung: Er pflanzte Kartoffeln, ließ sie ohne den Einsatz chemischer Mittel gedeihen und schuf so das wohl erste Bio-Lebensmittel der Köln-Bonner-Bucht nach dem Krieg.

Was folgte, war für unseren Familienbetrieb keine einfache Zeit. Von den Dorfbewohnern wurden Heinrich und seine Frau gemieden oder als Spinner abgestempelt. Und auf den Feldern war zwar das Problem mit den Giftstoffen gelöst, doch dafür sanken die Erträge wieder und der Kampf mit Schädlingen und Krankheiten begann aufs Neue.
Aufgeben wollte Heinrich aber keineswegs. Er besann sich auf althergebrachtes Wissen, entwickelte alternative Anbaumethoden und tauschte sich mit der noch kleinen, aber beständig wachsenden Schar Gleichgesinnter aus, die stark von den landwirtschaftlichen Ideen des Anthroposophen Rudolf Steiner und dem daraus entstandenen Demeter-Bund beeinflusst war. Der Hof selbst blieb aber zunächst unabhängig.

Direktvermarktung der angebauten Lebensmittel kam ins Rollen

Mit den biologisch erzeugten Lebensmitteln gewannen wir immer mehr neue Abnehmer. Wurden die giftfrei angebauten Kartoffeln zunächst nur an fortschrittliche Kunden nach Köln und Bonn geliefert, kamen die Menschen bald auch nach Bornheim und kauften auf unserem Hof ein.
Im 1968 gegründeten ersten Hofladen gab es sogar schon Bio-Brot, das wir aus dem eigenen Getreide zu Vollkornbackwaren verarbeiten ließen.

Immer mehr Menschen interessierten sich für Bio-Lebensmittel

Während der 70er Jahre erkannten immer mehr Menschen die Zusammenhänge von Umwelt, Ernährung und Gesundheit. Die Kundschaft wuchs, umfasste Hippies, Reformkostler und immer mehr Familien.

Mit den ersten Bioläden hatten wir erstmalig professionelle Kunden, die mehr als den Wochenverbrauch einer Familie bei uns einkauften. Und so wuchs unsere Bornheimer Bio-Landwirtschaft, während immer mehr Nachbarn die Zeche der Modernisierung zahlten und mit der Landwirtschaft aufhören mussten.

Der Biohof vergrößerte sich und gewann an Anerkennung

Mitte der 80er Jahre begannen wir die schrittweise Aussiedelung vom Ortskern zum heutigen Standort in den Weidenpeschweg. Der anfängliche Spott über uns „Ökos“ war damals schon dem Erstaunen darüber gewichen, dass wir einen anderen, für uns, die Menschen und die Umwelt richtigen Weg eingeschlagen hatten.

Anerkennung von höchster Stelle wurde Heinrich Bursch dann kurz vor seinem Tode 1994 zuteil: Für seine Verdienste als Wegbereiter des ökologischen Landbaus wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Schade, dass er nicht mehr erleben konnte, wie sich unser Hof und die ökologische Landwirtschaft bis heute entwickelt haben.

Wir sind heute sehr dankbar dafür, dass er unseren Hof so früh und so konsequent biologisch bewirtschaftet hat. Dadurch haben wir einen sehr gesunden und überaus lebendigen Boden, mit dem wir hervorragend wirtschaften können. Er ist die Grundlage all unserer wunderbaren Gemüse- und Obstsorten, und das macht uns einfach großen Spaß!

Schon mal in unserem Hofladen eingekauft?

Dort haben wir neben unserem selbst angebauten Gemüse und Obst nämlich ein ganzes Sortiment an Naturkostwaren. Also alles, was das Herz an biologisch erzeugten Lebensmittel begehrt! Schau’n Sie doch mal rein!

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