Geschichte der biodynamischen Landwirtschaft

„Öko-Landbau“ bis etwa Mitte des neunzehnten Jahrhunderts

Bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gab es ausschließlich ökologische Landwirtschaft. Das bedeutet, die Bauern gaben dem Boden durch den Mist ihrer Tiere wieder zurück, was ihm durch das Wachstum der Feldfrüchte genommen wurde. Es gab keine chemischen oder synthetischen Hilfsmittel für den Anbau von Pflanzen und die Tierhaltung.
Erst die Forschungen Justus von Liebigs waren damals der Beginn der konventionellen Landwirtschaft, die Stoffe, die eine Pflanze zum Gedeihen braucht, hauptsächlich isoliert zuführt. Viele Landwirte erzielten dadurch höhere Erträge und bessere Einnahmen, allerdings ohne die langfristigen Folgen für die Umwelt zu erkennen.

Anthroposoph Rudolf Steiner ist Begründer der biodynamischen Landwirtschaft

Die biodynamische Wirtschaftsweise wurde von einem der letzten Universalgelehrten der Moderne, dem Anthroposophen Rudolf Steiner, ins Leben gerufen. Sie geht zurück auf den landwirtschaftlichen Kurs, den der Philosoph und Geisteswissenschaftler 1924 vor interessierten Landwirten hielt und damit den Impuls zur Begründung des biologisch-dynamischen Landbaus gab.

In seiner Vortragsreihe „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ beschrieb Steiner den Boden als eine Einheit von Organismen, die es u.a. unter Berücksichtigung der Mondzyklen und durch spezielle Präparate zu stärken gelte. Er lehrte, dass nicht nur die Sonne (Licht und Wärme für Wachstum) und der Mond (Wasserhaushalt) für das Wachstum bestimmend seien, sondern dass alle Planeten einwirken, was zum Beispiel bei der Aussaat und Ernte zu berücksichtigen sei.

Steiner wiedersprach mit seinen Empfehlungen dem allgemeinen Trend in der Landwirtschaft, die sich mit Einzug der mineralischen Stickstoffdüngung zunehmend in Richtung Massenproduktion wandelte. Er war somit nicht nur Begründer der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, sondern überhaupt der Initiator für ökologische Landwirtschaft im modernen Sinn.

1927 Demeter Warenzeichen eingeführt

Steiners Gedanken fielen auf fruchtbaren Boden. Kaum drei Jahre nach seiner Vortragsreihe wurde das Demeter-Warenzeichen im Zeichen der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin eingeführt. 1931 wirtschafteten schon über 1.000 Höfe auf biologisch-dynamischer Grundlage.

Von den Nazis verboten, stellten sich die anthroposophischen Landwirte, die es inzwischen rund um den Globus gab, nach Ende des Krieges neu auf. 1954 konstituierte sich mit dem Demeter-Bund schließlich der erste Anbauverband des ökologischen Landbaus. In Deutschland gehören ihm heute rund 1.400 Höfe an, deren Erzeugnisse sicherlich zu dem Leckersten gehört, was zwischen Nordsee und Alpen an Lebensmitteln erzeugt wird. Weltweit gibt es derzeit ca. 5 000 Erzeuger, die sich auf alle Kontinente und 50 Länder verteilen.

Demeter funktioniert!

Wie sich unsere Wirtschaftsweise auf den Boden und unsere Pflanzen auswirkt, sehen wir jeden Tag. Auch wenn man einige der besonderen Methoden, die in der biodynamischen Landwirtschaft Anwendung finden, vielleicht (noch) nicht richtig nachvollziehen kann, so ist bereits durch wissenschaftliche Studien bewiesen worden, dass im biodynamischen Anbau die Humusschicht, also der fruchtbare Teil des Bodens, über die Jahre immer dicker wird. Weitere Studien haben eine ganz vielfältige Wirkung auf unterschiedliche Parameter von Pflanzen und Boden nachgewiesen.
Auch wenn es viele Skeptiker gibt – Demeter ist wohl die nachhaltigste Wirtschaftsform in der Landwirtschaft und tut uns und der Natur einfach gut!

Schon mal in unserem Hofladen eingekauft?

Dort haben wir neben unserem selbst angebauten Gemüse und Obst nämlich ein ganzes Sortiment an Naturkostwaren. Also alles, was das Herz an biologisch erzeugten Lebensmittel begehrt! Schau’n Sie doch mal rein!

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